Tagesgeld Zinsen: Berechnung, Steuern und EZB
Wer als Sparer flexibel bleiben möchte, der sollte die Einrichtung eines Tagesgeldkontos in Erwägung ziehen. Als besondere Sparanlage bringt es mehr Zinsen als ein normales Girokonto oder Sparbuch und das Guthaben ist jederzeit für den Anleger verfügbar. Diese Flexibilität lässt sich besonders in Kombination mit Online-Banking hervorragend nutzen.
Doch nicht jede Bank bietet gleich viel Zinsen auf Tagesgelder. Die verschiedenen Angebote liegen momentan zwischen 0,25 und 3 Prozent. Für die Wahl der passenden Sparanlage ist es also wichtig, richtig nachzurechnen und die verschiedenen Konditionen genau zu prüfen.
EZB, Leitzins, Geldbeschaffung – Gründe für die Zinsunterschiede

Die EZB gibt die Marschrichtung vor: Der Leitzins hat großen Einfluss auf das Tagesgeld.
Mit sehr guten Zinskonditionen von 2,50 Prozent und mehr glänzen derzeit viele Tagesgeldangebote. Dabei handelt es sich in der Regel um einen Jahreszins der unabhängig von der Höhe der Anlagesumme gewährt wird.
Allerdings sind diese aussichtsreichen Zinsangebote nicht immer allen Sparern zugänglich. So beschränken einige Banken ihre lukrativen Angebote nur auf Neukunden oder geben zeitliche Einschränkungen vor.
Weiterhin hängen die Schwankungen der Tagesgeld Zinsen stark von der Entwicklung des Leitzinses ab. Wird dieser von der Europäischen Zentralbank erhöht, steigt in der Regel auch die Verzinsung auf dem Tagesgeldkonto. Trotz der Stabilisierung des Leitzinses in den letzten Monaten auf 1 Prozent, kam es weiterhin zu Veränderungen bei den Tagesgeldzinsen.
Diese begründen sich unter anderem in:
- dem starken Wettbewerb der verschiedenen Banken,
- den verschiedenen liquiden Geldbeschaffungskonzepte der einzelnen Finanzinstitute
- sowie neuartigen Marketingstrategien, in denen Finanzprodukte, wie Depot- oder Girokonten mithilfe attraktiver Tagesgeld Zinsen kombiniert angeboten werden.
Insbesondere hinsichtlich des letzten Punktes ist es wichtig zu prüfen, inwiefern Sie die angebotenen Finanzprodukte wirklich brauchen bzw. ob durch diese zusätzliche Kosten entstehen bevor Sie sich für ein ansprechendes Tagesgeld-Sparangebot entscheiden. So sind hohe Tagesgeldzinsen bei vielen Angeboten mit Girokonten verbunden, die einen monatlichen Gehaltseingang erfordern. Findet dieser nicht statt, werden Kontoführungsgebühren erhoben, die die eigentlich gute Rendite des angebotenen Tagesgeldkontos wieder schmälern.
Tagesgeld Zinsen richtig berechnen
Sobald Sie Ihr Geld gewinnbringend auf einem Tagesgeldkonto anlegen möchten, sollten Sie in der Lage sein, zu verstehen wie und wie viel Rendite Ihr Geld erwirtschaftet. Denn dies gibt Ihnen als Anleger die Sicherheit, Ihre Gewinnmöglichkeiten genau zu erkennen.
Bei den Tagesgeld Zinsen handelt es sich zumeist um eine jährliche Zinsangabe, die monatlich, jährlich oder vierteljährlich mit Zinseszins ausgezahlt werden. Monatliche Zinsauszahlungen wirken sich oftmals positiv für den Sparer aus, da sie für einen höheren Zinseszinseffekt und somit für eine leicht höhere Rendite sorgen.
Hier ein kleines Rechenbeispiel:
Der Anlagebetrag von 1.000 Euro mit einem Tagesgeldzinsatz: 5 % pro Jahr (p.a.) ergibt:
- eine jährliche Zinsgutschrift von 50 Euro und somit eine Rendite von 5 %
- eine vierteljährlich Zinsgutschrift von 50,95 Euro und somit eine Rendite von 5,095 %
- eine monatliche Zinsgutschrift von 51,16 Euro und somit eine Rendite von 5,116 %.
Falls Sie ungern zum Taschenrechner greifen, finden Sie in unserem Download-Archiv einen Tagesgeld-Rechner für Excel, der Ihnen nach der Eingabe des Anlagebetrages, Sparzeitraums und der Tagesgeldzinshöhe detaillierte Informationen zu Zinsauszahlungen und Renditewerten ausgibt. Alternativ finden Sie in diesem PDF-Ratgeber Formeln und Anleitungen für die Zinsberechnung.
Der Staat spart mit: Tagesgeldzinsen und Steuern

Bei Zinserträgen von mehr als 801 Euro fallen Steuern an.
Wie bei anderen Einkünften, gilt auch bei den Zinserträgen von Tagesgeldkonten in Deutschland eine Steuerpflicht. Diese wurde zuletzt 2009 gesetzlich für Kapitalerträge verändert und besagt, dass Banken automatisch 25 Prozent Abgeltungssteuer zuzüglich Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag an das Finanzamt abzuführen haben.
Das gilt auch für Anleger, deren Einkommenssteuersatz normalerweise unter 25 Prozent liegt. Zu viel gezahlte Beträge können nach einer entsprechenden Steuererklärung wieder vom Finanzamt zurückerstattet werden.
Ebenfalls gibt es noch die Möglichkeit in Einzelfällen eine sogenannte Nichtveranlagungs-Bescheinigung zu erhalten. Nach der Vorlage dieser, bei der jeweiligen Bank, müssen Sie bzw. der jeweilige Finanzdienstleister keine Abgeltungssteuer für das entsprechende Tagesgeldkonto mehr abführen.
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