Tagesgelder dank EU-Kommission nun bis 100.000 Euro abgesichert

Einlagensicherung auf 100.000 Euro angehobenBisher fehlte in Europa eine einheitliche Regelung zur Absicherung von Spareinlage durch eine staatlich festgelegte Einlagensicherung. Die gesetzlich vorgeschriebenen Beträge einer Mindestentschädigung im Schadensfall variierten von 50.000 Euro in Deutschland und Estland (BigBank), 50.000 Pfund in Großbritannien (Bank of Scotland), 70.000 Euro in Frankreich (Cortal Consors) und 100.000 in den Niederlanden (Credit Europe Bank).

Mit einer einheitlichen und europaweiten Regelung soll jetzt eine Mindestsicherheit gegeben werden, an der es zur Zeit der Bankenkrise noch mangelte.

Deshalb hat die EU-Kommission beschlossen, zum Beginn des Jahres 2011 die Sicherungsgrenze für alle Sparer und Institute auf 100.000 Euro festzulegen. Eine Rückzahlung in dieser Höhe müssen Banken der europäischen Union ab dem 1. Januar 2011 im Notfall jedem Kunden zu 100% garantieren. Für Sie als Anleger bedeutet das eine höhere Transparenz bei den internationalen Finanzprodukten. 

Egal ob Sie sich in Zukunft für eine Bank in Deutschland oder zum Beispiel die Credit Europe Bank aus den Niederlanden entscheiden – bis zu 100.000 Euro legen Sie überall zu den gleichen Sicherheitsstandards an. Bei der Bank of Scotland, die nicht im Euroraum agiert, entspricht dies einer Anlagesumme von ca. 85.000 Pfund.

Die Sicherung gilt für Sparanlagen wie Giro-, Spar-, Fest- oder Tagesgeldkonten.

EU will Einlagensicherung weiter anpassen, stößt aber auch auf Kritik aus Deutschland

Die gesetzliche Einlagensicherung wird durch eine Mitgliedschaft in der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) geregelt. Deutsche Anleger sind jedoch sogar noch höhere Sicherungsgrenzen gewöhnt, denn viele nationale Banken sind im freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverband deutscher Banken (BdB) oder in Fonds der Sparkassen und Genossenschaftsbanken organisiert und gewähren damit Sicherungsgrenzen von teilweise unbegrenzten Höhen bis in die Milliarden. Da aber laut EU 40 verschiedene freiwillige Einlagenschutzsysteme in Europa existieren, plant die EU-Kommission eine noch weiter gehende Harmonisierung des Einlagenschutzes.

Eine bereits vorgeschlagene, vereinheitliche Sicherungsgrenze von 100.000 Euro für alle Banken lehnt der BdB ab. Schließlich bieten die etablierten Banken mit der zusätzlichen Absicherung auch größeren Kunden eine absolute Garantie für ihre Anlagen.

Die Auffüllung eines Sicherungstopfes bereits vor einer Krise ist ebenfalls angedacht, die Entschädigung soll Kunden auch nicht mehr erst nach Monaten, sondern maximal nach 30 Tagen erreichen, besagt eine Forderung der Kommission.

Entschädigungen für ausländische Banken durch deutsche Sicherung

Außerdem ist geplant, die Auszahlung der Entschädigung an deutsche Anleger durch die deutsche Sicherung vorzunehmen, auch im Falle der Pleite einer ausländischen Bank. Die Sicherungssysteme würden sich hier untereinander entschädigen und den bürokratischen Aufwand für den Kunden vereinfachen, der sich damit nicht mit den ausländischen Behörden auseinandersetzen muss.

Weitere Verhandlungen der EU-Kommission zur Angleichung der Einlagensicherung stehen daher auch für 2011 noch auf dem Plan.


Bildquelle:© Özcan Arslan – Fotolia.com

Dieser Artikel wurde am 03.01.2011 veröffentlicht. Weitere Artikel finden Sie im News-Archiv und Meldungen über Zinsanpassungen in den Kurz-News.

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