Von: Philipp Wittenbrink
Stand: 21.09.2026
Die wichtigsten Fragen zum Tagesgeld beantwortet
Auf dieser Seite beantworten wir die wichtigsten Fragen unserer Leser zum Tagesgeld und beantworten diese in Kurzform.
Grundlagen
Tagesgeld ist eine Geldanlage, über die Sie jederzeit verfügen können, ähnlich wie beim Sparbuch, allerdings in der Regel deutlich besser verzinst. Es gibt keine Kündigungsfrist und keine Kursschwankungen wie bei Aktien oder Anleihen.
Bei Tagesgeld können Sie jederzeit über Ihr Geld verfügen, dafür kann die Bank den Zins jederzeit anpassen. Bei Festgeld legen Sie Ihr Geld für eine feste Laufzeit fest, erhalten dafür aber einen garantierten Zins, der sich während der Laufzeit nicht ändert.
Weil es drei Vorteile kombiniert: tägliche Verfügbarkeit, vergleichsweise attraktive Zinsen und gesetzliche Absicherung bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank. Diese Mischung aus Flexibilität, Rendite und Sicherheit gibt es bei kaum einer anderen Geldanlage.
Der Zins ist nicht garantiert und kann jederzeit sinken, außer während einer befristeten Zinsgarantie. Bei hoher Inflation kann der reale Wert Ihres Guthabens trotz Zinsgutschrift sinken. Zudem greift die volle gesetzliche Sicherung nur bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank, größere Summen sollten Sie entsprechend verteilen. Mehr dazu in unserem Ratgeber zur Tagesgeld-Sicherheit.
Ja, für kurzfristige Rücklagen und den Notgroschen bleibt Tagesgeld sinnvoll, da es Sicherheit und tägliche Verfügbarkeit mit einem Zins verbindet. Für den langfristigen Vermögensaufbau über viele Jahre sind andere Anlageformen oft geeigneter. Einen fairen Überblick über Chancen und Risiken gibt unser Ratgeber zur Tagesgeld-Sicherheit.
Ja, ein Vergleich lohnt sich fast immer, da die Hausbank selten die besten Konditionen bietet. Wichtig dabei ist nicht nur die reine Zinshöhe, sondern der tatsächliche Zinsertrag über die geplante Anlagedauer, weshalb unser Tagesgeld-Vergleich standardmäßig danach sortiert. Wie wir die Banken im Detail bewerten, erklären wir unter So testen wir.
Kontoführung
Das ist von Bank zu Bank unterschiedlich. Die meisten Anbieter verzichten auf eine Mindesteinlage, sodass sich für praktisch jeden Betrag ein passendes Konto findet. Manche Banken zahlen den vollen Zins zudem nur bis zu einer bestimmten Obergrenze, für höhere Beträge gilt dann ein niedrigerer Satz. Details dazu finden Sie jeweils in der Konditionentabelle der einzelnen Bankseite.
Je nach Bank monatlich, vierteljährlich oder jährlich. Je häufiger die Gutschrift erfolgt, desto stärker wirkt der Zinseszinseffekt. Berechnet wird der Zins tagesgenau: Die Bank ermittelt täglich Ihren aktuellen Kontostand, setzt ihn in Relation zum Jahreszins und addiert am Ende des Gutschriftzeitraums alle Tageswerte zum Gesamtertrag.
Sie überweisen jederzeit online vom Tagesgeldkonto auf Ihr Referenzkonto (in der Regel Ihr bestehendes Girokonto). Dort ist das Geld innerhalb von ein bis zwei Bankarbeitstagen verfügbar. Eine Kündigungsfrist gibt es dafür nicht.
Nein, ein Bargeld-Abheben wie am Geldautomaten ist bei einem Tagesgeldkonto nicht möglich. Sie überweisen Ihr Guthaben stattdessen online auf Ihr Referenzkonto und können es von dort abheben oder weiterverwenden.
Das Referenzkonto ist das bei der Kontoeröffnung festgelegte Girokonto, auf das Ein- und Auszahlungen ausschließlich möglich sind. Eine Überweisung vom Tagesgeldkonto auf ein anderes, fremdes Konto ist damit nicht möglich. Dies schafft zusätzliche Sicherheit.
Es gibt keine Mindesthaltedauer, anders als beim Festgeld. Sie können Ihr Geld jederzeit einzahlen und ebenso jederzeit wieder abziehen, ohne Kündigungsfrist oder Wartezeit.
Ja, in aller Regel ohne Kündigungsfrist und ohne Mindestlaufzeit. Sie können Ihr Guthaben jederzeit auf das Referenzkonto überweisen und das Konto anschließend auflösen.
Nein, die meisten Tagesgeldkonten werden kostenlos geführt. Prüfen Sie im Einzelfall trotzdem die Konditionentabelle der jeweiligen Bank, insbesondere wenn das Tagesgeld an ein zusätzliches Produkt gekoppelt ist.
Ja, in der Regel stehen Ihre Kontoauszüge digital im Online-Banking zum Abruf bzw. Download bereit.
Es gibt keine gesetzliche Obergrenze, Sie können mehrere Konten bei verschiedenen Banken parallel führen. So können Sie beispielsweise Beträge über 100.000 Euro verteilen oder mehrere Sparziele getrennt verwalten.
Kontoeröffnung
Der Online-Antrag ist meist in wenigen Minuten ausgefüllt, anschließend weisen Sie Ihre Identität nach und tätigen die erste Einzahlung. Die einzelnen Schritte, inklusive der aktuellen Identifikationsverfahren, erklärt unser Ratgeber zur Kontoeröffnung im Detail.
PostIdent ist ein Weg, um Ihre Identität in einer Filiale der Deutschen Post nachzuweisen. Heute bieten die meisten Banken zusätzlich VideoIdent per Webcam sowie teils eID über den elektronischen Personalausweis an, beide oft deutlich schneller. Welches Verfahren sich für Sie eignet, lesen Sie in unserem Ratgeber zur Kontoeröffnung.
Ja, viele Banken bieten eigene Kinder- oder Juniorkonten an. Die Eltern handeln dabei als gesetzliche Vertreter, üblich sind die Vorlage der Geburtsurkunde sowie die Unterschrift beider Elternteile. Weitere Informationen finden Sie hier: Tagesgeldkonto für Kinder.
Sicherheit
Sehr sicher, denn bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank greift die gesetzliche Einlagensicherung. Viele deutsche Banken sichern darüber hinaus über einen freiwilligen Fonds ab. Die genauen Grenzen und Mechanismen erklärt unser Ratgeber zur Einlagensicherung. Weitere Risiken jenseits der Bankpleite behandelt unser Artikel zur Tagesgeld-Sicherheit.
Nominal nicht, solange Sie innerhalb der Einlagensicherung bleiben, ein Kursverlust wie bei Aktien oder Fonds ist bei Tagesgeld ausgeschlossen. Real können Sie an Kaufkraft verlieren, wenn die Inflation höher ist als Ihr Zinssatz. Mehr dazu im Ratgeber zur Tagesgeld-Sicherheit.
Innerhalb der gesetzlichen Einlagensicherung sind bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank vollständig geschützt. Bei Banken mit zusätzlicher freiwilliger Sicherung liegt die tatsächlich geschützte Summe oft deutlich höher. Wer mehr anlegen möchte, sollte das Guthaben auf mehrere Banken verteilen. Details dazu im Ratgeber zur Einlagensicherung.
Sie können den Betrag bei einer einzelnen Bank mit ausreichender Sicherung anlegen oder ihn auf mehrere Banken verteilen, etwa je 50.000 Euro auf zwei Konten, um die gesetzliche Sicherungsgrenze pro Bank optimal zu nutzen. Wie Sie mehrere Konten sinnvoll organisieren, erklärt unser Ratgeber zum Tagesgeldkonto wechseln.
Zinsen und Aktionsangebote
Das kommt auf das Angebot an. Ein befristeter Aktionszins mit Zinsgarantie gilt für die zugesagte Dauer verbindlich. Der variable Standardzins für Bestandskunden kann dagegen jederzeit angepasst werden. Worauf Sie bei der Bewertung von Aktionsangeboten achten sollten, erfahren Sie in unserem Ratgeber zu den Auswahlkriterien beim Tagesgeld.
Manche Banken zahlen ihren höchsten Zins nur, wenn Sie gleichzeitig ein weiteres Produkt eröffnen. Das kann sich lohnen, wenn Sie den Wechsel ohnehin planen, bedeutet aber auch zusätzlichen Aufwand und teils weitere Bedingungen. Prüfen Sie das Kleingedruckte, bevor Sie sich allein wegen des Zinses binden.
Neukundenangebote sind befristete Aktionszinsen, mit denen Banken neues Kapital anlocken möchten. Als Neukunde zählt meist, wer eine bestimmte Zeit lang kein Konto bei der jeweiligen Bank hatte. Diese Frist reicht je nach Anbieter von wenigen Monaten bis zu zwei Jahren.
Beim Hopping wechseln Sie gezielt zur Bank mit dem aktuell besten Aktionszins, statt bei einem Anbieter zu bleiben. Ob sich der Aufwand lohnt, hängt vor allem von Ihrer Anlagesumme ab. Ein Rechenbeispiel und weitere Details finden Sie hier: Tagesgeld-Hopping erklärt.
Steuern
Ja, wenn Sie Ihre Zinserträge bis zum Sparer-Pauschbetrag steuerfrei halten möchten. Ohne Freistellungsauftrag behält die Bank die Abgeltungssteuer bereits ab dem ersten Euro ein. Wie hoch der Pauschbetrag aktuell ist und wie Sie den Auftrag einrichten, erfahren Sie auf unserer Informationsseite zum Freistellungsauftrag.
Bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro im Jahr bleiben Zinserträge steuerfrei, bei zusammen veranlagten Ehepaaren bis 2.000 Euro, vorausgesetzt Sie haben bei Ihrer Bank einen Freistellungsauftrag erteilt. Mehr dazu auf unserer Informationsseite zum Freistellungsauftrag.
Zinserträge unterliegen der Abgeltungssteuer von pauschal 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Deutsche Banken führen diese automatisch ab. Alle Details erklärt unser Ratgeber Abgeltungssteuer beim Tagesgeld.
Tests & Bewertung
Neben Zinshöhe und Sicherheit lohnt sich ein Blick auf Zusatzbedingungen, den automatischen Steuerabzug und mögliche Kontomodelle wie Gemeinschafts- oder Kinderkonten. Eine vollständige Checkliste finden Sie hier: Auswahlkriterien beim Tagesgeldkonto.
Wir prüfen jede Bank anhand einheitlicher Kriterien wie Zinsertrag, Sicherheit und Zugangsbedingungen. Dazu vergeben wird eine transparente Punktzahl. Die vollständige Methodik erklären wir hier: So testen wir.
Geschrieben und geprüft von: Philipp Wittenbrink
Tagesgeld.org wurde 2007 von Philipp Wittenbrink gegründet. Seitdem hat er über 100 Tagesgeldangebote analysiert und mehr als 30 Konten selbst eröffnet, um Eröffnungsprozess, Konditionen und Service aus erster Hand zu prüfen. Seine Erfahrung aus über 20 Jahren mit Direktbanken hilft Verbrauchern bei der Suche nach dem passenden Konto.