WeltSparen Gründer Georgadze im Interview über den Festgeld-Marktplatz, die Fibank und Sicherheiten

gründerteam von weltsparenWeltSparen, der Marktplatz für Festgeldkonten ermöglicht deutschen Anlegern die Kontoeröffnung bei ausländischen Banken. Ein Angebot kommt von der bulgarischen First Investment Bank (Fibank) und bietet 2,90% Zinsen für eine einjährige Anlage. WeltSparen ist ein Angebot der SavingGlobal GmbH aus Berlin. Tagesgeld.org hat mit dem Gründer und Geschäftsführer, Dr. Tamaz Georgadze über sein Konzept, Sicherheiten der Geldanlage und zukünftige Festgeld und Tagesgeld Angebote gesprochen.

Lesen Sie hier das gesamte Interview.

Tagesgeld.org: WeltSparen ist nun seit einigen Wochen in Deutschland aktiv und sorgt für Schlagzeilen. Stellen Sie Ihr Angebot unseren Lesern in Kürze vor. Wie fällt Ihr Resümee zum Marktstart aus?

Dr. Tamaz Georgadze: WeltSparen versteht sich als erster Online-Marktplatz für europäische Geldanlagen. Wir bieten unseren Kunden die Möglichkeit, mit nur einer einfachen Anmeldung ihre Ersparnisse bequem bei ausgewählten Partnerbanken in ganz Europa anzulegen, zu Konditionen deutlich über dem deutschen Zinsniveau. Dabei sind unsere Angebote stets transparent, leicht verständlich und bieten ein Höchstmaß an Sicherheit. Gleichzeitig ist die gesamte Dienstleistung von uns und unseren Partnern komplett gebührenfrei – unseren Kunden entstehen dabei keine Kosten.

Dies scheint bei den deutschen Sparern sehr gut anzukommen; entsprechend positiv fällt unser bisheriges Fazit aus: Wir haben uns binnen weniger Wochen erfolgreich am Markt positioniert, verzeichnen einen schnell steigenden Kundenzuwachs und freuen uns über zahlreiches positives Feedback unserer Anleger.

Tagesgeld.org: Die Verbraucher in Deutschland sind im Vergleich zu anderen Ländern tendenziell eher konservative Geldanleger. Risiken werden bei Geldangelegenheiten gescheut. Eine Kontoeröffnung bei einer ausländischen Bank, in diesem Fall der Fibank aus Bulgarien, wird oft skeptisch betrachtet. Wie lautet Ihre Antwort auf die Frage, warum eine Geldanlage bei WeltSparen bzw. der Fibank dennoch sicher ist?

Bürogebäude der FibankNiederlassung der Fibank in Bulgarien.

Georgadze: Sicherheit ist für alle Sparer in Europa ein wichtiger Aspekt bei der Geldanlage. Leider wird dies in jüngster Zeit zwangsläufig mit niedrigen Zinsen gleichgesetzt, dies muss aber nicht sein! Das Zinsniveau in Deutschland gehört laut einer aktuellen Studie der Allianz zu den niedrigsten in ganz Europa, da sich viele inländische Banken vor Kundeneinlagen kaum noch retten können. Bei unseren europäischen Nachbarn ist dies oft anders, dort fehlt es in der Regel an einer ausgeprägten Sparkultur in der Bevölkerung, wie sie sich hier in den letzten Jahrzenten gebildet hat. Aus diesem Grund sind auch große deutsche Institute bei ihren ausländischen Niederlassungen gezwungen, höhere Zinsen entsprechend dem örtlichen Niveau zu zahlen. Ein höherer Zins geht also nicht unbedingt mit einem Verlust an Sicherheit daher, sondern spiegelt oft nur das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage wieder.

Den einfachen Zugang zu solch attraktiven Märkten zu ermöglichen ist unser Geschäftsmodell. Dabei arbeiten wir nur mit ausgewählten Partnerbanken zusammen, die von uns kritisch geprüft werden. Selbstverständlich unterliegt jede Partnerbank sowohl der Überwachung durch den nationalen Regulator, wie auch der jeweiligen gesetzlichen Einlagensicherung.

Die Fibank (First Investment Bank) ist eine der größten Banken in Bulgarien – bei Einlagen von Privatkunden sogar das zweitgrößte Institut. Sie hat die jüngste internationale Finanzkrise ohne staatliche Unterstützung überstanden und befindet sich weiterhin auf einem profitablem Wachstumspfad. Derzeit beschäftigt die Fibank rund 3.000 Mitarbeiter und gehört nach der Klassifizierung der Bulgarischen Nationalbank zu den systemrelevanten Banken.

Alle Partnerbanken, die über WeltSparen ihre Produkte anbieten, sind in der EU oder im EWR beheimatet. Diese Länder gewähren grundsätzlich einen ähnlichen Kundenschutz und vergleichbare Einlagensicherungen. Heutzutage bestellen viele Kunden Konsumprodukte bequem online aus unseren Nachbarländern – wir ermöglichen dies nun auch für Festgelder!

In Deutschland wird das WeltSpar-Konto des Kunden bei der MHB-Bank in Frankfurt a.M. geführt. Auf die dortigen Gelder haben weder WeltSparen, noch Dritte einen Zugriff. Selbstverständlich besitzt die MHB-Bank eine Vollbanklizenz, ist Mitglied in der Entschädigungseinrichtung Deutscher Banken und unterliegt der strengen Kontrolle der BaFin.

Tagesgeld.org: Wer einen Blick in einen Zinsvergleich wirft stellt schnell fest, dass bei der Fibank mit 2,90% deutlich höhere Zinsen gezahlt werden, als bei anderen Banken. Kritiker würden sagen, ein höheres Risiko muss mit einem höheren Zins bezahlt werden. Wie ist es möglich, dass eine Bank so gute Konditionen bieten kann, während die Konkurrenz für die gleiche Laufzeit lediglich 1,50% bis 1,75% bietet?

Georgadze: Die Zinskonditionen sind in allen EU-Ländern unterschiedlich; das hat mit vielen Einflussfaktoren zu tun. Letztendlich sind die Kreditkosten für den Mittelstand und für die Privatkunden in unseren Nachbarländern auch höher als in Deutschland. Damit ist das gesamte Zinsniveau (sowohl für Einlagen, als auch für Kredite) auf einem höheren Level verankert. Holland ist dafür ein gutes Beispiel: Niederländische Institute zahlen ihren dortigen Kunden für einjähriges Festgeld bis zu 2,30% – deutlich mehr als in Deutschland mit den von Ihnen angesprochenen 1,50 bis 1,75%.

Tagesgeld.org: Im Prozess der Kontoeröffnung tritt der Verbraucher mit drei Parteien in Kontakt. Zunächst wird ein WeltSparen-Account eröffnet, dann ein Konto bei Ihrem Partner MHB-Bank und zuletzt erfolgt die Anlage bei der Fibank. Müssen Interessenten durch diesen Prozesse mit einer längeren Wartezeit bei der Kontoeröffnung rechnen?

Ein Login für viele FestgeldkontenWeltSparen bietet eine zentrale Verwaltung aller Konten.

Georgadze: Insgesamt ist unser Prozess bei der erstmaligen Eröffnung geringfügig länger, bietet jedoch auf Dauer deutliche Vorteile. Tatsächlich können von der erstmaligen Registrierung auf WeltSparen bis zur Anlage bei der ersten Partnerbank 3-4 Tage mehr vergehen, als bei rein inländischen Direktbank-Angeboten. Jedoch sind alle weiteren Festgeldanlagen deutlich schneller, denn es ist nicht nochmalig ein PostIdent erforderlich – der Kunde verwaltet seine Festgeldkonten von dem bereits eingerichteten MHB-Konto aus.

Zur Klarstellung: es sind dabei nur zwei Schritte, die der Kunde durchläuft: 1. Eröffnung seines WeltSpar-Kontos bei der MHB-Bank und 2. Eröffnung der Festgeldanlage bei der Fibank.

Die Eröffnung des WeltSpar-Kontos bei der MHB-Bank wird wie in Deutschland ganz üblich mittels Postident durchgeführt. Nach Erhalt dieser Daten werden Konto-Nummer und PIN in separaten Briefen an den Kunden versendet. Wir benötigen diese einmalige Registrierung bei der MHB-Bank u.a. deshalb, damit wir den Kunden entsprechend der regulatorischen Anforderungen ggü. den Partnerbanken legitimieren können. Eine Direktanlage im Ausland würde für Interessenten in jedem Fall deutlich komplizierter, kostspieliger und langwieriger.

Im zweiten Schritt kann der Kunde im sicheren online Banking den für ihn passenden Partner und das entsprechende Produkt auswählen. Ein entsprechender Antrag wird vom System automatisch vorausgefüllt, der Kunde muss den Antrag unterschreiben und an unser Kunden-Center in Berlin schicken.

Tagesgeld.org: Institute wie Cortal Consors oder RaboDirect haben ihre Wurzeln im Ausland und sind für deutsche Anleger dennoch direkt zu erreichen. Warum ist es für eine ausländische Bank interessant mit WeltSparen zu kooperieren und welche Vorteile hat der Anleger?

Georgadze: Die Erschließung eines lokalen Marktes ist für jedes Unternehmen ein sehr anspruchsvolles Unterfangen, das viele unterschiedliche und teils sehr spezielle Ressourcen benötigt, die zunächst oft nicht vorhanden sind. Insbesondere müssen ganze Prozesse auf den deutschen, dem Kunden bekannten Standard umgestellt werden. So zum Beispiel müsste das online Banking komplett übersetzt und angepasst werden, PIN-Briefe müssen auf Deutsch in sicherem Verfahren generiert und versandt werden etc. Das vereinfachen wir durch unseren innovativen Marktplatz, wodurch wir die bestehenden Barrieren für unsere Partner deutlich senken.

Der Anleger profitiert ebenfalls von diesem Modell: mit nur einer einzigen Anmeldung hat er Zugriff auf verschiedene Angebote unterschiedlicher Banken und kann so schnell und unkompliziert das für ihn passende Festgeld abschließen. Aufwendige Neuidentifikation und Kontaktaufnahme mit verschiedenen Ansprechpartnern entfallen – wir bieten alles aus einer Hand, zu deutlich anderen Zinsen als lokal bei den Niederlassungen ausländischer Anbieter in Deutschland.

Tagesgeld.org: Sprechen wir über die Zukunft von WeltSparen. Auf Ihrer Website kündigen Sie bereits Angebote von Banken aus Norwegen, Italien und Portugal an. Auch hier sehen die Zinsen verlockend aus. Wann werden Sparer diese Konten eröffnen können? Denken Sie neben Festgeldanlagen auch über andere Produkte, wie z.B. Tagesgeldkonten nach?

Festgeldkonten bei WeltSparenAuch die nächsten Angebote versprechen hohe Zinsen.

Georgadze: Die Frage nach zukünftigen Angeboten hören wir in letzter Zeit natürlich sehr häufig. Wir haben auch viele Interessenten, die sich voranmelden oder sich direkt bei uns mit den entsprechenden Fragen melden. Wir wollen unseren Kunden natürlich schnellst möglich noch mehr Optionen bei neuen Partnern anbieten. Deshalb arbeiten wir mit Hochdruck an den neuen Angeboten.

Das nächste Angebot, das in den kommenden Wochen freigeschaltet wird, kommt aus Portugal. Eine der größten und ältesten Banken aus Portugal, wird über unser Portal ihr erstes Angebot in Deutschland starten. Entsprechende Verträge sind bereits unterschrieben. Wir bereiten nun technische Voraussetzungen für den Start vor. Im April sollten wir zudem unseren Norwegischen Partner als Angebot freischalten. Die annoncierten Konditionen sind bislang aktuell.

Langfristig werden auch weitere Produkte, wie z.B. Tagesgelder folgen, dieses Thema befindet sich aber noch in einer frühen Planungsphase.

Tagesgeld.org: Eine Besonderheit scheint die angekündigte Direktbank aus Norwegen zu sein. Anleger führen das Konto in Norwegischen Kronen (NOK) und nicht in der Euro-Währung. Bei einer positiven Kursentwicklung können Anleger eine Extra-Rendite erzielen. Aber besteht nicht auch die Gefahr, dass Kursschwankungen die Rendite zunichtemachen?

Georgadze: Es ist richtig, dass eine Anlage in Fremdwährung immer Chancen, aber im gleichen Maße auch Risiken birgt – dies ist bei unserem Angebot nicht anders. Aus diesem Grund werden wir Kunden vor dem Abschluss umfänglich über mögliche Risiken, insbesondere dem Wechselkurs-Risiko, informieren.

Was wir von den Kunden verstehen ist, daß einige weiterhin Sorgen vor der Zukunft der Euro-Währung haben und deswegen ihre Anlage auch in verschieden Währungen diversifizieren wollen. Da Norwegen von der letzten Bankenkrise nicht betroffen war, die Staatsfinanzen sich in hervorragender Verfassung befinden und die Einlagensicherung eine höhere Summe als innerhalb der EU garantiert, kann eine Anlage für manche vermögende und erfahrene Kunden im Sinne einer Streuung sinnvoll sein.

Die Entscheidung für oder gegen eine solche Anlage bleibt aber einzig und allein dem jeweiligen Kunden überlassen – wir kennen nämlich die persönlichen und finanziellen Verhältnisse nicht und bieten daher auch keine Form von Anlageberatung an.

Tagesgeld.org: Zuletzt eine allgemeine Frage zum Finanzmarkt. Die vergangenen Jahre waren von Zinssenkungen geprägt. Wie sieht Ihre Prognose für die nächsten Monate aus und rechnen Sie mit steigenden Zinsen in 2014 oder 2015?

Georgadze: Eine Glaskugel hat keiner von uns und daher ist ein sicherer Blick in die Zukunft nie möglich, gerade nicht am Finanz- und Geldmarkt. Nichtdestotrotz glaube ich an keine baldige Besserung – die Zinsen werden auch in der absehbaren Zukunft niedrig bleiben, insbesondere in Deutschland. Deshalb muss der Anleger selbst aktiv werden und eine rentierliche Alternative zu seiner Anlage suchen, die zumindest die Inflation schlägt. Der Markt selbst wird leider keine Heilung bringen.

Wir danken Herrn Dr. Georgadze für das ausführliche und informative Interview.

Erfahren Sie mehr über WeltSparen und die Fibank

logo von weltsparenAktuell können Verbraucher das Festgeldkonto der Fibank über die WeltSparen-Plattform eröffnen. Die Bank zahlt 2,90% Zinsen und fordert eine Mindesteinlage von 10.000 Euro. Die Laufzeit der Festgeldanalge beträgt 12 Monate. Eine Kontoeröffnung ist unter www.weltsparen.de möglich.


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Dieser Artikel wurde am 05.03.2014 veröffentlicht. Weitere Artikel finden Sie im News-Archiv und Meldungen über Zinsanpassungen in den Kurz-News.

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