Tagesgeld mit 9%: Eurokasse New Zealand Ltd. im Interview

Interview mit EurokasseGesunkener Leitzins, Euromissmut & Krisenstimmung – in Europa erleben Anleger gerade schwere Zeiten. Und auch wenn europäische Tagesgeldkonten gerade noch zu den renditestärksten Anlagen im Bereich der sicheren Finanzdepots gehören, wagen viele den Blick über die Grenzen. Unter dem Motto Andere Länder, andere Sitten stoßen dabei viele auf ein auf den ersten Blick verlockendes Angebot.

Ein Tagesgeldkonto mit 9 Prozent Verzinsung! Doch was und vor allem wer steckt hinter dieser doch recht utopisch wirkenden Offerte? Tagesgeld.org sprach mit dem CEO der Eurokasse New Zealand Ltd., Peter Knappertsbusch. 

Tagesgeld.org: Wie ist es Ihnen möglich, derart hohe Zinsen für ein Tagesgeldkonto anbieten zu können?

Peter Knappertsbusch: Unser Finanzinstitut verleiht Kapital an Unternehmer, die von klassischen Banken kein Geld erhalten. Wir bewerten die Kapitaldienst-fähigkeit und die Sicherheitenstellung wie beispielsweise Maschinen, Gesellschaftsanteile etc. und reichen dann – sofern nachhaltige Erträge seitens des Unternehmens erwirtschaftet werden – Kapital zu Zinsen zwischen 12 und 50 Prozent p.a. aus.

Klassische Banken haben sich auf andere Klientel fixiert und verfügen nicht über die Infrastruktur, schwierigere Darlehensnehmer ausreichend zu überprüfen. Klassische Ratingagenturen wie Schufa, Creditreform etc. stoßen an Grenzen, wenn es um schwierige Vermögensverhältnisse geht.

Tagesgeld.org: Gelten diese Zinsen dauerhaft – oder sind sie zeitlich beschränkt bzw. unterliegen sie anderen Bedingungen?

Peter Knappertsbusch: Eurokasse behält sich vor, die Tagesgeldzinsen mit einer Meldefrist von 30 Tagen jederzeit der aktuellen Marktsituation anzupassen. Den Anlegern verbleibt somit ausreichend Zeit, zu entscheiden, ob das Kapital weiterhin – auch bei z.B. sinkenden Zinskonditionen, von Eurokasse verwaltet werden soll.

Tagesgeld.org: Es gilt das in Neuseeland geltende Gesetz – was bedeutet dies für den Anleger? Welche Unterschiede gibt es zum deutschen Gesetz?

Peter Knappertsbusch: Die Gesetze in Neuseeland ermöglichen innovative Finanzkonzepte, die in anderen Ländern nur im Großbankgeschäft realisierbar sind. Kleine Finanzinstitute können in Deutschland aufgrund der bürokratischen und gesetzlichen Hürden gegenüber den Großbanken keine attraktiven Konditionen bieten.

Der deutsche Anleger muss sich allerdings darüber im Klaren sein, dass ausländische Finanzinstitute und Banken anderen Gesetzen und Regularien unterliegen. Diese im Einzelnen aufzuführen, würde an dieser Stelle zu weit führen.

Tagesgeld.org: Die Einlagensicherung liegt bei …?

Peter Knappertsbusch: Eurokasse verzichtet zugunsten der Performance auf die Teilnahme an staatlichen oder privaten Einlagensicherungsfonds. Stattdessen wird Kapital nur gegen Sicherheitenstellung ausgereicht, so dass den ausgereichten Forderungen Werte entgegenstehen, die bei Vertragsbruch oder Zahlungsausfall der Gegenseite kapitalisiert werden können.

Tagesgeld.org: Unterliegt Eurokasse irgendwelchen bankaufsichtsrechtlichen Bestimmungen?

Peter Knappertsbusch: Unser Finanzinstitut ist in Neuseeland bei den Behörden als solches registriert und wird vom Staat und dessen zuständigen Organen kontrolliert.

Tagesgeld.org: Begünstigte der Eurokasse New Zealand Ltd. ist die gemeinnützige Knappertsbusch-Stiftung. Wie darf sich der Anleger diese doch auf den ersten Blick recht merkwürdige Zusammenarbeit vorstellen?

Peter Knappertsbusch: Ich habe vor einiger Zeit eine deutsche gemeinnützige Stiftung ins Leben gerufen und privates Vermögen eingebracht. Es versteht sich daher von selbst, dass mit mir verbundene Unternehmen ihren Beitrag zur Knappertsbusch-Stiftung leisten. Hierzu gehört natürlich auch Eurokasse, deren Geschäftsführer ich bin.

Tagesgeld.org: Neben Ihrem Posten als CEO bei Eurokasse sind Sie auch Geschäftsführer der St. Publius Corporate Services Ltd. Dieses Unternehmen bietet sogar Tagesgeldzinsen von bis zu 18 Prozent an; allerdings auf Malta. Das klingt für den deutschen Anleger unglaublich und er mag spontan an Betrug denken. Wie entkräften sie dies?

Peter Knappertsbusch: Das Tagesgeldangebot von St. Publius wurde bereits beendet und alle Kapitalanleger haben ihr Kapital zurückerhalten – inklusive der hohen Zinsen von 18 Prozent. Insofern mögen Kritiker ihre Bedenken haben. Die Tatsachen sprechen eine deutliche Sprache: Als Geschäftsführer der St. Publius Gruppe habe ich alle eingegangenen Verpflichtungen erfüllt.

Tagesgeld.org: Wie wichtig ist der deutsche Markt für Sie und Ihr Unternehmen?

Peter Knappertsbusch: Deutschland ist für die Eurokasse einer von vielen interessanten Märkten. Generell legt sich unser Institut nicht auf ein Land fest, sondern orientiert sich am Markt. So sehen wir interessantes Potenzial in den osteuropäischen Ländern, während beispielsweise der US-amerikanische Markt für uns wenig reizvoll ist.

Tagesgeld.org: Können Sie uns abschließend bitte noch eine kurze Beschreibung Ihrer Person geben?

Peter Knappertsbusch: Nach zehnjähriger, unternehmerischer Tätigkeit als Geschäftsführer mehrerer Kapitalgesellschaften in Deutschland habe ich meinen Horizont in der Finanzhauptstadt Europas – London – erweitert, um diese Kenntnisse in Malta als aufstrebendem Finanzplatz innerhalb der EU umzusetzen.

Mit der Etablierung eines international tätigen Finanzinstitutes süd-östlich von Asien gelegen eröffnet Eurokasse seinen Geschäftspartnern und Kunden neue Möglichkeiten. Angesichts der Eurokrise und dem starken Wachstum ist der Schritt in alternative Regionen konsequent und folgerichtig.

 

Hintergrundinformationen:

Eurokasse bietet 9% Tagesgeld-ZinsenDie Eurokasse New Zealand Ltd. ist ein real existierendes Unternehmen, dass sich schwerpunktmäßig auf Unternehmensfinanzierungen und Beteiligungen konzentriert. Der Sektor Tagesgeld ist ein zusätzlicher Geschäftsbereich, der derzeit – so wie es erscheint – vom CEO Peter Knappertsbusch selbst verwaltet wird. Eine Einlagensicherung besteht nicht; die Anlagegelder sind ausschließlich durch das Vermögen des Finanzinstitutes gesichert. Die maximale Einlagehöhe beträgt 50.000 Euro; eine höhere Anlage ist nicht möglich. Die Hauswährung ist der Euro.

Fazit von Tagesgeld.org:

Nach dem Gespräch mit CEO Peter Knappertsbusch und eigenen Recherchen ist das Tagesgeldkonto der Eurokasse nur etwas für risikofreudige Anleger. Ihr Kapital wird nicht durch einen Bankenübergreifenden Einlagensicherungsfond geschützt, sondern nur durch das Vermögen des Unternehmens Eurokasse. Die Konsequenzen bei einer Insolvenz sind daher absehbar. Auch, dass der Tagesgeld-Sektor – überspitzt gesagt – eine Randerscheinung des Unternehmens ist, gebietet zur Vorsicht.

Wie der Geschäftsführer der Eurokasse selber sagt gelten zudem bei Anlagen in Neuseeland andere Gesetze und Regularien, derer sich ein potenzieller Investor bewusst sein sollte. Da diese nicht näher ausgeführt werden, bleibt es leider beim Anleger, sich im Dschungel der neuseeländischen Gesetze zurecht zu finden.

Unser Tipp: Eine solide Anlage bei einem europäischen Finanzinstitut ist daher für alle, die sich eine gesicherte Anlageform wünschen, die bessere Wahl. Eine Übersicht dazu finden Sie hier.

Das Interview führte Wilma Bögel

Dieser Artikel wurde am 14.12.2011 veröffentlicht. Weitere Artikel finden Sie im News-Archiv und Meldungen über Zinsanpassungen in den Kurz-News.

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