Tagesanleihe: Keine weiteren Finanzprodukte vom Bund

Günther Schild, FinanzexprteIm Sommer letzten Jahres sorgte der Bund mit der Einführung der Tagesanleihe für viel Furore. Von Banken sowie der politischen Opposition (CDU/CSU) hagelte es Kritik. Viele Verbraucher hingegen begrüßten die neue Geldanlage und investierten bis zum März dieses Jahres insgesamt 3,40 Milliarden Euro in die Tagesanleihe.

Unter der neuen schwarz-gelben Koalition wird es mit sehr hoher wahrscheinlich keine weiteren Anlageprodukte für Verbraucher geben.

Nach mehr als 30 Jahren ist mit der Tagesanleihe, mitte 2008, ein neues Finanzprodukte für die Bundesbürger geschaffen worden. Die damalig SPD-Regierung sowie Finanzminister Peer Steinbrück wollten weitere Angebote schaffen. Bis Ende 2009 bzw. Anfang 2010 sollte beispielsweise ein Sparplan auf Bundeswertpapiere realisiert werden.

Im Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und FPD findet sich nachfolgender Absatz:

„Die Finanzagentur Deutschland soll unter Berücksichtigung der haushalterischen Belange des Bundes so wenig wie möglich mit Kreditinstituten in Wettbewerb treten.“

Damit dürften der Sparplan und andere Finanzprodukte von der neuen Regierung nicht mehr umgesetzt werden. Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), begrüßte diese Entscheidung: „Dies entspricht unserer Forderung, wonach die Finanzagentur ihr Privatkundengeschäft nicht mehr bankartigen Finanzprodukten forcieren soll“. Auch der Deutsche Sparkassen und Giroverband (DSGV) sieht diese Entscheidung als richtig an. 

Inzwischen erhalten Anleger bei der Tagesanleihe nur noch geringe Zinsen von 0,25 Prozent (Stand: 02.11.2009). Dennoch befinden sich von den Verbrauchern aktuell ca. 2,70 Milliarden Euro in der Tagesanleihe. Zweifellos ist die Geldanlage vom Bund sehr sicher. Mit einem klassischen Tagesgeldkonto erhalten Sparer jedoch eine ebenso gute Absicherung, vorausgesetzt die jeweilige Bank ist Mitglied im Deutschen Einlagensicherungsfonds. 

Mit Zinssätzen von 2,50 Prozent und 2,75 Prozent, führen die ING DiBa und die 1822direkt den Zinsvergleich beim Tagesgeld an. Das bei der ING DiBa angelegte Geld ist bis zu einer Summe von 1,18 Milliarden Euro pro Kunde abgesichert. Das 1822direkt Tagesgeldkonto bietet als Sparkassen-Tochter (Frankfurter Sparkasse) sogar eine unbegrenzte Einlagensicherung. Weitere Angebote stehen im Tagesgeld Zinsvergleich zur Auswahl.


Bild: Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur GmbH