Sparboom der Deutschen hält auch in 2009 weiter an
Seit mehreren Jahren legen die deutschen Bundesbürger wieder mehr Geld auf die hohe Kante, anstatt dieses sinnlos auszugeben. Dieser Trend hält trotz fallender Zinsen auch im Jahr 2009 weiter an.
Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, kurz BVR, hat passenden zum bevorstehenden Weltspartag am 30.10.2009, eine Studie zum Sparverhalten in Deutschland veröffentlicht.
Dr. Andreas Martin, Vorstandsmitglied des BVR, geht davon aus, dass die Sparquote auch in diesem Jahr wieder bei rund 11,2 Prozent liegen wird.
Die Sparquote gibt den Anteil der Ersparnisse vom Einkommen des Bürgers an. Im vergangenen Jahr betrug die Sparquote hohe 11,2 Prozent, was einem Gesamtbetrag von 180 Milliarden Euro entspricht. Mit dieser Quote wird auch für das laufende Jahr gerechnet.
Kursverluste mindern das Vermögen der Sparer
Durch den Einbruch am Börsenmarkt wurde das Vermögen viele Anleger verringert. Insgesamt sank das Vermögen deutscher Bürger in 2008 um 3,10 Prozent. Dies entspricht einem Verlust von 139 Milliarden Euro, wodurch das Gesamtvermögen aller Bürger auf 4.413 Milliarden Euro fiel. Durchschnittlich verfügte jeder Haushalt zum Jahresende 2008 über ein Vermögen von 111.200 Euro.
Für das Ergebnis in 2009 wird eine Steigerung von 4,60 Prozent erwartet. Das Geldvermögen sollte somit wieder auf ca. 4.620 Milliarden Euro ansteigen, einem Plus von 207 Milliarden Euro. Dr. Martin erklärt den Anstieg folgendermaßen: „Die Entspannung an den Finanzmärkten im Jahr 2009 führt dazu, dass ein deutlicher Teil der Kursverluste wieder ausgeglichen werden kann. Hinzu kommt der Vermögenszuwachs durch die in 2009 gesparten Mittel“.
Neben dem Vermögen behandelt die aktuelle Studie auch die Verbindlichkeiten der Haushalte. Im Vergangenen Jahr betrugen die Verbindlichkeiten insgesamt 1.532 Milliarden Euro, pro Haushalt ca. 38.600 Euro. Für 2009 wird mit weiterem Abbau der Verbindlichkeiten gerechnet, so dass das Verhältnis zwischen Einkommen und Verschuldung auf rund 95 Prozent zurückgehen wird (Jahr 2000: 113,20 Prozent, 2008: 96,80 Prozent).
Zuflüsse beim Tagesgeldkonto Ende 2008 stark angestiegen
Seit der Wiedervereinigung lagen die bei den Banken angelegten Mittel zu keinem Zeitpunkt so hoch, wie im Jahr 2008. Insgesamt wurden 120,80 Milliarden Euro, inkl. Bargeld, angelegt und verwaltet. Auslöser waren hierbei einerseits die hohen Zinssätze für kurzfristige Geldanlagen, andererseits suchten viele Verbraucher Ende 2008 aufgrund der schlechten Wirtschafts- und Finanzmarktsituation einen „sicheren Hafen“ für ihr Vermögen.
Die stärksten Zuflüsse verzeichneten die Kreditinstitute bei den Termingeldern. 77,30 Milliarden Euro wurden von den Bürgern, beispielsweise auf dem Girokonto oder dem Tagesgeldkonto, geparkt. Beim Sichtguthaben zählten Sparbriefe mit einem Zuwachs von 17,20 Milliarden Euro zu den Gewinnern. Deutlich an Popularität hingegen verloren hat das Sparbuch, hier wurden fast 20 Milliarden Euro abgezogen.
Aufgrund der zahlreichen Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank, findet in 2009 eine Verschiebung von Temingeldern, wie dem Festgeldkonto, hin zu Sicht- und Spareinlagen statt. Das Sparen hält auch in 2009 weiter an, die Rekorde aus dem Jahr 2008 werden jedoch nicht erreichen werden können.

Quelle: Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR)

