1 Jahr MoneYou – Interview mit der Geschäftsleiterin Liesbeth Rigter

InterviewViermal Platz 1 und sechsmal Platz 2 – das Tagesgeld von MoneYou konnte im ersten Jahr des Bestehens die Experten von Stiftung Warentest absolut überzeugen. Die zur niederländischen ABN AMRO Bank gehörende Marke bietet dauerhaft attraktive und hohe Zinsen und macht dabei keinen Unterschied zwischen Neu- und Bestandskunden.

Anlässlich des 1. Geburtstages in Deutschland Anfang Juli 2012 – in den Niederlanden wurde MoneYou bereits 2001 gegründet – sprach Tagesgeld.org mit der Geschäftsleiterin von MoneYou Deutschland, Liesbeth Rigter, über die Erfahrungen auf dem deutschen Markt, Mobile-Banking-Technologien der Zukunft und die Aussichten für den Europäischen Währungsraum.

Tagesgeld.org: Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zum ersten Jahr auf dem deutschen Markt. Wie ist Ihr Fazit, wenn Sie auf die letzten zwölf Monate zurückschauen?

Liesbeth RigterLisbeth Rigter von MoneYou ist mit dem Erfolg in Deutschland sehr zufrieden.

Liesbeth Rigter: Das Fazit der ersten zwölf Monate auf dem deutschen Markt lautet: Wir sind sehr zufrieden. Unser Ansatz, den deutschen Kunden mit unserem Tages- und Festgeld einfache, transparente Produkte mit dauerhaft attraktiven Zinsen zu bieten, hat sich bewährt. Mit unserem schlanken und schnellen Prozess, den der Kunde stets selber lenken kann, haben wir eindeutig den Nerv der Zeit getroffen.

MoneYou zählt seit Marktstart in Deutschland zur Spitzengruppe der Anbieter mit attraktiven Zinsen für Tagesgeld und Festgeld. Darüber hinaus sind wir mit der Entwicklung unserer Kundeneinlagen sehr zufrieden. Unser Ziel ist es, bis Ende 2012 Einlagen in Höhe von über zwei Milliarden Euro zu erreichen.

Tagesgeld.org: Welche Unterschiede haben Sie in dieser Zeit zwischen dem deutschen und dem niederländischen Markt feststellen können?

Liesbeth Rigter: Ob Deutschland oder die Niederlande – beide Märkte unterscheiden sich nur wenig. Insgesamt gesehen ist der deutsche Markt natürlich deutlich größer. Es gibt einerseits mehr Anbieter als in den Niederlanden, andererseits aber auch mehr Sparer. Für uns ist das positiv. Denn so haben wir die Möglichkeit, mit unseren Angeboten noch mehr Kunden zu erreichen.

Tagesgeld.org: Gibt es gravierende Unterschiede zwischen dem Anlageverhalten von deutschen und niederländischen Kunden?

Liesbeth Rigter: Grundsätzlich sind sich die Niederländer und die Deutschen hier sehr ähnlich. Unterschiedlich ist allerdings die Entschlussfreudigkeit bei Bankgeschäften: Ausführliches Vergleichen von Konditionen und das Einholen von umfangreichen Hintergrundinformationen zu dem jeweiligen Produkt – das machen eher deutsche Kunden. Niederländer sind da viel impulsiver.

Banking-AppDie iPhone-App für Kunden von MoneYou.

Tagesgeld.org: Thema Mobile-Banking. Sie waren in den Niederlanden der erste Anbieter, der Apps für alle Plattformen und die papierlose Kontoeröffnung angeboten hat. Wie gut kommt die MoneYou App bei den deutschen Kunden an?

Liesbeth Rigter: Unsere Kunden in Deutschland mögen unsere Apps. Das zeigen uns die Rückmeldungen über Online-Blogs oder aber die persönlichen Telefongespräche mit Kunden. Mit der MoneYou Spar-App können Kunden ein Konto eröffnen und den Kontostand abfragen. Apple-Nutzer können ihren Konten Namen geben und zusätzlich für das jeweilige Sparziel ein individuelles Bild hochladen.

Im Moment arbeitet unsere IT daran, die Apps weiter zu verbessern. Die neuen Versionen werden in Kürze live gehen.

Tagesgeld.org: Welche weiteren zukünftigen Technologien werden die Kunden im Segment Mobile-Banking erwarten? Erkennung durch Fingerabdruck? Bezahlmodule?

Liesbeth Rigter: Da wir auf Spareinlagen spezialisiert sind, sind für uns neue Technologien im Bereich „Bezahlmodule“ kein Thema. Wichtig dürfte für Neukunden aber eine weitere Vereinfachung der Kontoeröffnung im Sinne der Strategie „Online Banking 2.0“ sein. Ziel ist es, eine Alternative zum PostIdent-Verfahren zu entwickeln und Kunden den Gang zur Postfiliale zu ersparen. Jeder wird sich in Zukunft auf elektronischem Weg identifizieren können, zum Beispiel mit dem elektronischen Personalausweis.

Tagesgeld.org: Sie sind in Deutschland am 1. Juli 2011 mit den Produkten Tages- und Festgeld gestartet. Werden Sie Ihre Angebotspalette in naher Zukunft ausbauen?

Liesbeth Rigter: Hierfür gibt es derzeit keine konkreten Pläne. Ausschließen wollen wir mit einem Blick in die Niederlande aber nichts: Dort ist MoneYou seit über zehn Jahren am Markt etabliert und bietet Kunden eine breitere Produktauswahl an.

Tagesgeld.org: Die Zinsen für Tagesgeldkonten sind in Deutschland in den vergangenen Monaten stark gefallen. Müssen sich auch die MoneYou-Kunden auf einschneidende Senkungen gefasst machen? Oder können Sie durch den Vorteil, Ihre gesamte Bank auf schlanken Online-Prozessen aufgebaut zu haben, weiterhin im Vergleich mit der Konkurrenz sehr gut Konditionen bieten?

Liesbeth Rigter: Die EZB hat den Leitzins erst in der letzten Woche auf ein historisches Tief gesenkt, was den Markt insgesamt in Bewegung halten dürfte. Leider können wir keine Aussagen über die zukünftigen Entwicklungen und das Marktumfeld machen. MoneYou bietet aber nach wie vor Sparprodukte mit einer sehr guten Verzinsung an und liegt unverändert im Spitzenfeld der Angebote auf dem deutschen Markt.

Wir haben uns dauerhaft attraktive Zinsen zum Ziel gesetzt und bleiben zu jeder Zeit bemüht, nur wirklich notwendige Zinssenkungen an unsere Kunden weiterzugeben. Unsere schlanke Aufstellung in den Prozessen und dem klaren Produktangebot ist dabei mit Sicherheit ein großer Vorteil.

Tagesgeld.org: Zuletzt gab es einen „Run“ auf Ihre Produkte und die Mitarbeiter konnten diese nicht in einer angemessenen Zeit bearbeiten. Viele Kunden waren sauer. Was war da los und wie haben Sie den Ansturm bewältigt?

Liesbeth Rigter: Wenn ein Angebot besonders gut ist, kann es – je nach Marktentwicklung – schon einmal zu erhöhten Anfragen kommen. Wie bei uns im April dieses Jahres. Auch wenn wir gut aufgestellt waren – die personellen Kapazitäten sind leider nicht über Nacht und unbegrenzt ausbaubar gewesen. So mussten wir erst einmal dafür sorgen, dass neue Mitarbeiter schnell und umfassend geschult wurden, damit zu jeder Zeit eine sichere Abwicklung beim Kontoeröffnungsverfahren gewährleistet blieb. Das hat zunächst zu einigen Verzögerungen in der Beantwortung von Kundenanfragen geführt. Mittlerweile läuft aber alles wieder in den gewohnt reibungslosen und schnellen Bahnen.

Tagesgeld.org: Welche Konsequenzen haben Sie daraus für die Zukunft gezogen?

Liesbeth Rigter: Wir haben schnell dazu gelernt und unsere Kapazitäten erweitert. Wir haben neue  Mitarbeiter eingestellt und haben jetzt mehr Schlagkraft durch eine breitere Personaldecke. Damit können wir schneller reagieren. Außerdem haben wir unsere internen Reportings verbessert, was Abläufe noch transparenter macht und uns bei Bedarf noch schneller aktiv werden lässt.

Tagesgeld.org: Wie sehen Sie als Geschäftsleiterin die Euro-Zukunft. Was kommt da auf uns als Anleger zu?

Liesbeth Rigter: Sicherlich gibt es derzeit Diskussionen über die Euro-Zukunft. Auf lange Sicht gesehen bin ich aber davon überzeugt, dass die europäische Gemeinschaftswährung erhalten bleibt. Europa kehrt bestimmt nicht zu den alten Landeswährungen zurück.

 

Über MoneYou:moneyouDie zur niederländischen ABN AMRO Bank gehörende Marke MoneYou wurde in Deutschland im Juli 2011 eingeführt. Spezialisiert auf die beiden Produkte Tages- und Festgeld bietet sie konstant attraktive Zinsen und darüber hinaus eine moderne, papierlose Kommunikation. Die Konten, geführt bei der ABN AMRO Bank N.V. , Frankfurt Branch, unterliegen den niederländischen Regelungen zur Einlagensicherung. Jeder Sparer ist somit bis zu einer Anlage von 100.000 Euro abgesichert. Weiter zur Website von MoneYou.

Bildquellen: MoneYou. Das Interview führte Wilma Bögel.

Dieser Artikel wurde am 11.07.2012 veröffentlicht. Weitere Artikel finden Sie im News-Archiv und Meldungen über Zinsanpassungen in den Kurz-News.

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