Leitzinssenkung und Strafzins für Banken: Die Bedeutung der EZB-Entscheidung für Sparer

ezb euroAm 05. Juni 2014 hat die Europäische Zentralbank (EZB) zwei wichtige Entscheidungen getroffen. Neu ist ein Strafzins für Banken, die bei der EZB Geld parken. Weiterhin wurde der für Tagesgeldkonten relevante Leitzins erneut gesenkt. Aus den schon geringen 0,25% wurden 0,15%.

Tagesgeld.org zeigt die Änderungen in diesem Artikel detailliert auf. Lesen Sie, womit Tagesgeld-Anleger jetzt rechnen müssen und wie Sie richtig handeln.

Seit dem 01. Januar 1999 wurde der Leitzins heute zum 21. Mal gesenkt. Für Sparer bedeutet die erneute Anpassung auf ein Rekordtief weiter fallende Renditen für Sichteinlagen wie dem Tagesgeldkonto. Damit noch nicht genug: Banken müssen ab sofort einen Strafzins von 0,10% zahlen, sobald sie Geld bei der EZB parken. Bevor der Zins auf einen negativen Wert gesenkt wurde, betrug der sogenannte „Einlagensatz für Zinsen“ bereits seit Juli 2012 0,00%.

Auswirkung für Sparer

Deutschland ist ein Land der Sparer: Mehr als 1,8 Billionen Euro werden von Verbrauchern auf Sparbüchern, Tagesgeldkonten und ähnlichen Anlageprodukten geparkt. Jede Leitzinssenkung der EZB sorgt in der Regel zeitnah für Anpassungen bei Sparkonten. Auch nach dem aktuellen Beschluss müssen Anleger jetzt mit weiter fallenden Zinsen rechnen. Nicht nur die Anpassung von 0,25% auf 0,15% beim Leitzins, sondern auch der Strafzins für Banken wird sich bemerkbar machen.

Sind auch Strafzinsen für private Geldanleger möglich?

Grundsätzlich ist ein solches Szenario nicht auszuschließen, scheint aktuell aber noch unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher hingegen sind weitere Zinssenkungen, auch bei ohnehin gegen null Prozent tendierenden Konten. Auch ist es denkbar, dass einzelne Banken in Zukunft Gebühren für Tagesgeldkonten verlangen könnten – so geschehen bei der Einführung von Strafzinsen in Dänemark.

Wie reagiere ich als Tagesgeldanleger auf die Entscheidungen der EZB richtig?

Wie so oft bei Finanzfragen gilt auch hier: Ruhe bewahren und abwarten. Insbesondere Verbraucher mit wenig Finanzwissen sollten keine überstürzten Entscheidungen treffen. Warten Sie die nächsten Tage und Wochen ab und reagieren Sie auf Mitteilungen Ihrer Bank. Beobachten Sie, wie sich die Märkte entwickeln.

Erhalten Sie aktuell weniger als 1 Prozent Zinsen bei Ihrer Bank, können Sie noch von Tagesgeldkonten mit Zinsgarantie profitieren. Beispielsweise zahlt Consorsbank 1,20% für 12 Monate, ING DiBa 1,25% und VW 1,40% für jeweils 4 Monate. Mit diesen Konten sind Sie zumindest kurzfristig vor weiteren Zinssenkungen geschützt.

Warum senkt die EZB den Leitzins und führt Strafzinsen für Banken ein?

Durch die Leitzinssenkung und Einführung der Strafzinsen möchte die EZB den Konsum ankurbeln. Banken sollen Kredite an Unternehmen und Privatpersonen vergeben. Diese wiederum sollen ihr Geld investieren und damit die Wirtschaft stärken anstatt zu sparen.

Das europäische Statistikamt Eurostat ermittelt regelmäßig die Inflationsraten der 18 Euro-Länder. Im Mai 2014 betrug die durchschnittliche Inflation 0,50%. Die EZB verfolgt das Ziel eine Inflation von rund 2% zu erreichen. Eine Deflation gilt es unbedingt zu vermeiden. Aus diesen Gründen hat die EZB zu den oben genannten Maßnahmen gegriffen.

Deflation im Video erklärt

Dieser Artikel wurde am 05.06.2014 veröffentlicht. Weitere Artikel finden Sie im News-Archiv und Meldungen über Zinsanpassungen in den Kurz-News.

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