Nach ING DiBa Zinssenkung: Wie Tagesgeld-Kunden jetzt reagieren können

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Zum 15.06.2016 hat die ING DiBa eine Zinssenkung für ihr Tagesgeldkonto (Extra-Konto) bekanntgegeben. Während Neukunden weiterhin bis zu 1,00% Zinsen erhalten, wurden Bestandskunden deutlich schlechter gestellt. Von ohnehin geringen 0,50% reduziert Deutschlands größte Direktbank auf nur noch 0,35%. Welche Optionen und renditestärke Alternativen Kunden der ING DiBa jetzt haben, lesen Sie in diesem Artikel.

Die Anpassungen auf einen Blick

  • Bis 100.000 Euro zahlt die ING DiBa Bestandskunden 0,35% anstatt 0,50%
  • Für Guthaben von mehr als 100.000 Euro werden 0,15% anstatt 0,25% gezahlt
  • Neukunden wird 1,00% bis 100.000 Euro geboten, garantiert für 4 Monate. Danach gelten die o.g. Konditionen

Warum wurden die Zinsen gesenkt und weshalb werden Neukunden bevorzugt?

Hintergrund der angepassten Konditionen ist die Null-Zins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB). Im März 2016 wurde der Leitzins durch EZB-Präsident Mario Draghi zum wiederholten Mal gesenkt, zuletzt von 0,05% auf 0,00%. Damit können sich Banken „kostenfrei“ Geld bei der EZB leihen. Auf Guthaben von Sparern sind sie immer weniger angewiesen und senken folglich reihenweise ihre Zinssätze für Sparprodukte.

Für Guthaben von neuen Kunden zahlt die ING DiBa unverändert 1,00% Zinsen. Das ist sehr viel, wo sie sich doch zum Nulltarif bei der EZB mit Geld versorgen kann. Warum die ING DiBa und viele andere Banken so agieren hat vorrangig mit Marketing-Maßnahmen zu tun, denn:

  • Durch einen relativ hohen Zins ist die Marke in Vergleichstabellen weit vorne platziert und wird von der Fachpresse regelmäßig erwähnt. So steigert das Unternehmen den Bekanntheitsgrad und wird in einem schwierigen Marktumfeld positiv wahrgenommen.
  • Das Tagesgeld ist im Idealfall nur das erste von mehreren Produkten, die ein Neukunde bei der Bank abschließt. Ein Girokonto, ein Ratenkredit oder ein Wertpapierdepot könnten folgen und werden dem Kunden regelmäßig schmackhaft gemacht.

Welche Alternativen gibt es zum Extra-Konto?

Wem die Konditionen nach der Zinssenkung zu schlecht geworden sind, kann über einen Wechsel zu einer anderen Bank oder über eine andere Geldanlage nachdenken. Wer weiterhin dem Tagesgeldkonto treu bleiben möchte, findet am Markt lukrativere Konten. Dies sind beispielsweise:

  • Consorsbank: Für ein Guthaben bis 20.000 Euro wird ein Zinssatz von 1,00% geboten. Im Vergleich zur Konkurrenz punktet die Consorsbank mit einer langen Zinsgarantie von 12 Monaten, so dass eine Zinssenkung für diesen Zeitraum ausgeschlossen ist. Mehr Details zur Consorsbank.
  • VW Bank: Mit 1,10% für Neukunden liegen die VW und Audi Bank im Tagesgeld-Vergleich auf dem ersten Platz. Die Angebote eignen sich für eine kurzfristige Anlage, denn der Zins fällt nach 4 Monaten auf 0,30%. Mehr Details zur VW Bank.
  • Renault Bank direkt: Für 3 Monate und bis maximal 1 Million Euro zahlt die Renault Bank 0,90%. Ab dem 4. Monat sind es noch immer 0,70% – doppelt so viel wie bei der ING DiBa. Mehr Details zur Renault Bank direkt.

Die beliebteste Alternative zum Tagesgeld ist das Festgeldkonto. Anleger schätzen die zugesicherte Zinszahlung, nach Ablauf der vereinbarten Laufzeit. Gut Angebote für 12 Monate bieten derzeit Klarna mit 1,20% und die DenizBank mit 1,00%. Für 24 Monate zahlt Klarna 1,25% Zinsen, bei 36 Monaten sogar 1,40%. Alle Angebote können Sie im Festgeld-Vergleich abrufen und prüfen.

Immer häufiger wird dem „klassischen Sparer“ mit Tagesgeldkonto oder Sparbuch ein Investment in Aktien, Fonds oder ETFs nahegelegt. Dies können grundsätzlich gute und renditestärke Alternativen oder Ergänzungen sein, die gleichzeitig aber auch ein Verlustrisiko mit sich bringen. Bevor Sie sich für eine solche Anlage entscheiden, sollten Sie sich kritischen mit den Vor- und Nachteilen dieser Produkte auseinandersetzen. Sehr gute Informationen – insbesondere zum Thema ETF – bieten beispielsweise der Finanzwesir oder justETF.

Fazit: Wechsel kann sich lohnen

Die Zinssenkung der ING DiBa betrifft einen Großteil der fast 7,3 Millionen Inhaber des Extra-Kontos. Zwar erhalten Bestandskunden noch immer eine bessere Verzinsung als etwa bei vielen Sparkassen und unter Berücksichtigung der Inflation (im Mai bei 0,10%) bleibt eine positive Real-Rendite. Dennoch kann sich ein Wechsel lohnen und Sparer können mit anderen Tagesgeldkonten eine bessere Rendite erzielen. Die Ergänzung um andere Anlagen kann, je nach persönlicher Risikobereitschaft, sinnvoll sein.

Dieser Artikel wurde am 16.06.2016 veröffentlicht. Weitere Artikel finden Sie im News-Archiv und Meldungen über Zinsanpassungen in den Kurz-News.

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