Häufige Fragen zur AS Privatbank geklärt

FragenIm Oktober 2012 horchten vielen Tagesgeld-Anleger auf. Eine neue Bank garantiert Zinsen von 3,00% p.a. für 12 Monate, bei täglicher Zinsgutschrift. Hierbei handelt es sich um die lettische AS Privatbank, ein in Deutschland weitgehend unbekanntes Institut. Nach der Produktvorstellung auf unseren Seiten erreichten uns zahlreiche Zuschriften, häufig mit Fragen zur Sicherheit.

In diesem Beitrag haben wir die häufigsten Fragen und Antworten zur AS Privatbank für Sie gesammelt. Vor einer Kontoeröffnung sollten Sie diese Punkte unbedingt berücksichtigen. 

Wichtiger Hinweis: Aktuell kann Tagesgeld.org keine Empfehlung für das Tagesgeldkonto der AS Privatbank aussprechen. Die Gründe hierfür sind u.a. dass die Bank lange Zeit keine Gewinne erzielen konnte und die Absicherung fraglich ist. Zuletzt wurden auch die Zinsen für das Tagesgeld nach unten angepasst. Alternativen mit höhere Sicherheit und besseren Zinsen finden Sie in unserem aktuellen Tagesgeld-Vergleich.

Hier finden Sie den ursprünglichen Artikel:

Wer genau steckt hinter der AS Privatbank?

Die Gründung der AS Privatbank reicht in das Jahr 1992 zurück. Der ursprüngliche Name war AS „PARITATE BANKA“. Heute ist die Bank ein Tochterunternehmen der ukrainischen PrivatBank. Sie beschäftigt über 300 Mitarbeiter und ist international ausgerichtet. Filialen bestehen in Lettland, Italien und Portugal. Die Zentrale befindet sich in Riga (Lettland). Der deutsche Online-Auftritt ist seit Oktober 2012 verfügbar.

Wie sicher ist mein Geld bei der Bank angelegt?

Die AS Privatbank stammt aus Lettland, welches seit Mai 2004 Mitglied der Europäischen Union ist. Demnach gilt für die AS Privatbank eine gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 EUR je Kunde.

Sollte die Bank zahlungsunfähig sein, werden Guthaben über das örtliche Sicherungssystem erstattet. Unsicher ist, ob Lettland im Insolvenzfall tatsächlich genügend Geld für eine Entschädigung aufbringen kann. Experten der Stiftung Warentest halten das System für „nicht sehr leistungsfähig“.

Keinesfalls sollten mehr als 100.000 EUR angelegt werden. Beträge die hierüber hinausgehen sind nicht gesichert.

Warum ist der Zins so viel höher als bei deutschen Banken?

Die höher der Tagesgeldverzinsung orientiert sich u.a. stark an dem Leitzinssatz der jeweiligen Währung. Lettland ist zwar Mitglied in der EU, hat als Währung jedoch nicht den Euro sondern LATS. Die Einführung des Euros ist für 2014 geplant. Während der Leitzins im Euro-Raum seit Juli 2012 auf dem historischen Wert von 0,75% beharrt, liegt der Leitzins in Lettland bei 2,50% (seit September 2012, zuvor 3,00%).

Durch diese und weitere Rahmenbedingung kann eine lettische Bank einen höheren Zins für das Tagesgeldkonto anbieten. Desweiteren ist der hohe Zins ein Marketing Instrument um Aufmerksamkeit auf einem neuen Markt zu erzeugen.

Weshalb werden so viele Daten bei der Kontoeröffnung abgefragt?

Kontoantrag

Ungewöhnlich viele Fragen für eine Kontoeröffnung. Zur Vergrößerung klicken Sie bitte das Bild an.

Aufgrund der Kontoeröffnung im Nicht-EU-Ausland gelten andere gesetzliche Bestimmungen, als hierzulande. Anleger müssen beispielsweise eine Kopie Ihres Personalausweise (Vorder- und Rückseite) erstellen.

Auch müssen Angaben zur Nutzung des Girokontos gemacht werden. Hier empfiehlt sich das max. Verfügungslimit auf 20.000 EUR festzusetzen.

Nur so ist die Kontonutzung mit der kostenfreien Tan-Liste möglich. Andernfalls müssen Sie den DIGIPASS (Tan-Generator) für 35 EUR erwerben. Möchten Sie mehr als 20.000 EUR überweisen, können Sie den Betrag auf mehrere Überweisungen aufteilen.

Wird mein Konto in Euro oder LATS geführt?

Die Konten werden für deutsche Bürger in Euro geführt.

Wo liegt der Unterschied zu anderen ausländischen Banken, z.B. MoneYou aus den Niederlanden?

Auf dem deutschen Tagesgeld-Markt sind viele Kreditinstitute mit ausländischen Wurzeln vertreten. Oftmals bieten diese Anbieter auch deutlich höhere Zinsen als heimische Banken. Bank of Scotland, RaboDirect oder MoneYou sind hierbei die Bekanntesten. Anders als die AS Privatbank haben die meisten ausländischen Institute jedoch eine Niederlassung in Deutschland. Die AS Privatbank verzichtet bislang hierauf. Als Anleger überweisen Sie Ihr Geld somit unmittelbar nach Lettland.

Desweiteren handelt es sich bei Lettland um einen vergleichsweise kleinen Staat mit ca. 2,3 Millionen Einwohnern und einem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von 12.671 US-Dollar. Zum Vergleich: Die Niederlande erzielten einen BIP pro Kopf von 50.355 US-Dollar, Deutschland 43.742 US-Dollar und Großbritannien 38.592 US-Dollar (Schätzungen des IWF für 2011, Quelle Wikipedia). Hierauf beruhen auch die Zweifel, ob die Einlagensicherung Lettlands im Falle einer Insolvenz tatsächlich alle Anleger entschädigen kann.

Was ist bei der Versteuerung der Zinserträge zu beachten?

Erzielte Zinserträge werden in Lettland direkt mit 10% versteuert (Quellensteuer). Es besteht kein Sparerfreibetrag wie in Deutschland (801 bzw. 1.602 Euro). Durch die direkte Steuerabfuhr reduzierte sich die Rendite auf 2,7%.

In Ihrer jährlichen Steuererklärung können Sie die in Lettland abgeführten Steuern in Deutschland geltend machen. Diese Möglichkeit besteht aufgrund des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen diesen beiden Ländern. In Ihrer Steuererklärung nutzen Sie die Anlagen KAP und AUS. Die Bank stellt Ihnen eine Bescheinigung über die gezahlten Steuern aus.

Welchen Namen trägt das Tagesgeldkonto?

Das Tagesgeld wurde von den AS Privatbank „Flow“ getauft. Auf der Website der Bank finden Sie das Angebot unter dem Menüpunkt „Privatkunden“, „Clever sparen“, „Flow“.

Welche Kosten entstehen bei dem Angebot?

Die Kontoeröffnung und Kontoführung sind gebührenfrei. Kosten entstehen jedoch für die Überweisung von Lettland nach Deutschland. Pro Überweisung fallen 1,50 EUR an.

Möchten Sie eine einzelne Überweisung von mehr als 20.000 EUR durchführen, benötigen Sie den DIGIPASS der Bank (Tan-Generator). Hierfür fallen einmalig 35 EUR an. Für Überweisung von weniger als 20.000 EUR können Sie die kostenfreie TAN-Liste nutzen.

Nach Durchführung des Post-Ident-Verfahrens werden Ihre Kontoeröffnungsunterlagen nach Lettland versendet. Hierfür entstehen Portokosten von 0,75 EUR.

Wie genau erfolgt die Einzahlung auf das Tagesgeldkonto?

Neben dem Flow-Tagesgeldkonto eröffnet die AS Privatbank für Sie ein kostenfreies Girokonto, Ihr Referenzkonto. Hierauf überweisen Sie zunächst den gewünschten Geldbetrag. Anschließend buchen Sie das Geld vom Giro- auf das Tagesgeldkonto um. Dieser Vorgang ist bei der AS Privatbank gebührenfrei. Als Mindesteinlage für das Tagesgeldkonto werden 100 EUR verlangt.

Hat die Bank eine Niederlassung in Deutschland?

Nein, die AS Privatbank hat ihren Sitz in Riga (Lettland) und verfügt über keine Niederlassung in Deutschland. Kunden stehen jedoch per Email, Telefon und Chat deutschsprachige Mitarbeiter zur Verfügung.

Die Geschäftstätigkeiten der Bank sind bei der deutschen Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) angemeldet.

 

Bildquelle: © beermedia – Fotolia.com

Dieser Artikel wurde am 20.11.2012 veröffentlicht. Weitere Artikel finden Sie im News-Archiv und Meldungen über Zinsanpassungen in den Kurz-News.

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