Fußball Zinskonten rechnen sich für die Fans nicht
Heute Abend rollt der Ball in der deutschen Fußballbundesliga wieder, die Saison 2008/2009 wird mit dem Spiel FC Bayern München gegen den Hamburger Sportverein eröffnet. Die Fans des runden Leders freuen sich erneut auf diese Spielzeit – weniger freuen können sie sich allerdings über die Zinskonten, welche einige Banken in Kooperation mit verschiedenen Bundesligisten anbieten. Egal ob FC Bayern München Sparkarte, Werder Bremen Champions Zins oder die Schwarzgelbe Karte aus den Reihen von Borussia Dortmund, eins haben diese Konten leider gemeinsam: in den meisten Fällen sind diese unrentabel und keine Konkurrenz für das Tagesgeld.
In einer neu veröffentlichten Studie der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen wurden fünf Fußball-Konten verglichen und analysiert. Hierzu kalkulierten die Finanzexperten um Thomas Bieler (Verbraucherzentrale NRW) mit Anlagesummen von 2.500 Euro und 10.000 Euro.
Höhe der Zinsen vom Vereinserfolg abhängig
Bei den Banken, welche diese speziellen Konten für Fußballfans anbieten, handelt es sich um die Hypovereinsbank (FC Bayern München Sparkarte), die Citibank (Werder Bremen Champions Zins), sowie die Spardabanken West und Münster (Schwarzgelbe Karte, Borussia Dortmund) und regionale Niederlassungen von Volks- und Raiffeisenbanken (SparCard FC Schalke 04 und 1. FC Nürnberg). Alle Angebote versprechen den Fans der Vereine eine erfolgsbasierende Verzinsung nach der Formel: Mehr Tore & mehr Punkte = mehr Zinsen. Zusätzliche gibt es in einigen Fällen Geschenke wie Fanartikel oder Eintrittskarten. In Punkto Mindesteinlage unterscheiden sich die Angebote jedoch, so gibt es Zinskonten, welche eine Verzinsung bereits ab dem ersten Euro anbieten, andere erfordern eine Mindesteinlage von 50-500 Euro.Eine erste Überraschung gab es im Duell der beiden großen Vereine Borussia Dortmund und dem FC Bayern München. Während der BVB die Liga mit dem enttäuschenden 13. Platz abschloss, konnten die Münchener hingegen die Meisterschaft und den DFB-Pokalsieg einfahren. Bei der Verzinsung allerdings konnten sich die schwarzgelben Fans von Borussia Dortmund freuen. Mit einer Einlage von 2.500 Euro erhielten diese eine Zinsgutschrift von 77,47 Euro, Fans des FC Bayern hingegen mussten sich mit lediglich 56,67 Euro zufrieden geben. Merkwürdig, werden diese Konten doch mit einem Zinssatz, welcher sich nach dem Erfolg des Vereins richtet, beworben.
Weiterhin verglich die Verbraucherzentrale Nordrhein Westfalen den Effektivzinssatz der verschiedenen Fußballkonten. Hier konnte Werder Bremen die Meisterschaft einfahren. Mit 3,91% p.a. lag das Fankonto der Norddeutschen weit vor der Konkurrenz. Den zweiten Platz sicherten sich die Borussen aus Dortmund, hier betrug der effektive Zinssatz noch immer 3,10% p.a. Deutlich magerer sah es hingegen bei den Clubs aus München (2,27% p.a.), Gelsenkirchen (2,20% p.a.) und Nürnberg (1,77% p.a.) aus.
Wie immer gilt: Achten Sie auf die Details
Leider gibt es bei allen Konten sehr viel Kleingedrucktes und Ausnahmeregelungen, welche es zu beachten gilt. Beispiel Borussia Dortmund: Hier steigt der Zinssatz mit jedem Tor um einen halben Punkt, dieser hat allerdings nur eine Gültigkeit bis zum nächsten Wochenende. Spielen die Dortmund unter der Woche, gehen die Fans leer aus, hier gilt die Aktion nicht. Ebenso zählt der Zinssatz maximal bis zum Jahresende, in der Winterpause bzw. im Januar gibt es für die Fans nichts zu holen.
Wer sein Geld über den gleichen Zeitraum auf einem Tagesgeld oder Festgeldkonto geparkt hat, konnte sich über deutlich mehr Zinsen freuen. Bei einer Anlagesumme von 2.500 Euro erhielten die Anleger 100 Euro gutgeschrieben, einer Verzinsung von vier Prozent vorausgesetzt. Inzwischen gibt es noch deutlich höher verzinste Tagesgeldkonten, fünf Prozent und mehr haben sich inzwischen auf dem Finanzmarkt etabliert – siehe Tagesgeldvergleich. Zum Schluss rät die Verbraucherzentrale NRW, in Person von Thomas Bieler, „Zinsjagd und Fan-Enthusiasmus zu trennen“, Fankonten eignen „in der Regel nicht als rentable Geldanlage“.
Quelle: Verbraucherzentrale NRW

