EZB hebt Leitzins nach zweijährigem Rekordtief erstmals wieder an
Seit Mai 2009 befand sich der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) auf rekordniedrigen 1,00%. Die letzte Steigung des Leitzinses liegt bereits drei Jahre zurück. So wurde der Zins letztmalig am 03.07.2008 von 4,00% auf 4,25% angehoben. Nun signalisiert die EZB die große Wende in der Zinspolitik und ließ durch Präsident Jean-Claude Trichet die Erhöhung des Leitzinses um 25 Basispunkte auf 1,25% verkünden.
Lesen Sie im nachfolgenden Artikel welche Auswirkungen diese Entscheidung auf den Finanzmarkt hat und wie Sie als Anleger hiervon profitieren werden.
Der Grund für den Umschwung der EZB sind zum einen die anhaltenden Preissteigerungen im Euroraum. Zurzeit liegt die Teuerungsrate, auch wegen anhaltend hoher Ölpreise, mit 2,60% deutlich über dem Leitzins der EZB. Die Zinserhöhung dient also der Inflationsbekämpfung. Zudem sieht die EZB eine deutliche Genesung der Wirtschaft nach der Finanzkrise, so dass nach der Zinserhöhung wieder stabile Preise gewährt werden können und die Kaufkraft erhalten bleibt.
Bereits jetzt gibt es Spekulationen, dass die lang erwartete Zinserhöhung einen Stein ins Rollen bringen wird. Bis Anfang 2012 könnte sich der Leitzins demnach quartalsweise langsam auf das Doppelte seiner Ausgangsposition steigern, nämlich auf bis zu 2,00%.
Höhere Tagesgeld-Zinsen durch EZB Entscheidung
Die Erhöhung des Leitzinses bedeutet für Verbraucher in erster Linie einen Anzug der Zinsen auf Geldanlagen, die Sparzinsen werden also steigen. Es ist mit zeitnahen Zinserhöhungen verschiedener Tagesgeld-Banken zu rechnen, auch im Bereich der Festgeldanlagen und ähnlichen Produkten dürfen sich Verbraucher über verbesserte Konditionen freuen. Gleichzeitig erhöhen sich dadurch jedoch auch die Dispo- und Darlehenszinsen. Außerdem bedeutet ein erstarkender Euro die Preissteigerung von Produkten auf dem Weltmarkt, ein Nachteil für exportierende Unternehmen.
Erhöhte Kreditzinsen wirken sich desweiteren negativ auf die schlechte finanzielle Verfassung von Schuldenstaaten wie Irland, Griechenland oder Portugal aus, denn Geldanleihen bleiben damit nicht so günstig wie zuvor. Ihnen hat die EZB allerdings schon im Vorhinein eine Sonderregelung zugesichert, um ihre wirtschaftlichen Probleme nicht zu verschärfen.
Die Entwicklung der Tagesgeld-Konditionen können Sie auf unseren Seiten verfolgen, unser Newsletter (siehe rechts) informiert Sie zudem zeitnah über Produktverbesserungen.

