Banken locken vermehrt mit Gutscheinen – Vergleich weiterhin unverzichtbar

Gutscheine beim TagesgeldImmer mehr Banken versuchen auf eher unkonventionelle Weise neue Kunden zu ködern oder aber ihre Bestandskunden zu halten. Anstatt auf attraktive Zinsen setzen sie auf einmalige Zahlungen oder geldwerte Gutscheine. Ob sich diese Angebote jedoch rechnen könnten, muss genau geprüft werden.

Hierbei gilt: je größer das Anlagevolumen, desto unwahrscheinlicher ist, dass sich die Boni tatsächlich rechnen. Lesen Sie im nachfolgenden Artikel Informationen zu aktuellen Gutschein-Angeboten bei Tagesgeldkonten und ob sich diese Angebote tatsächlich für Sie rechnen.

Um sich ihre Bestandskunden zu binden, verschickt die ING DiBa ein neues Prämienangebot an ihre Anleger. So erhält jeder Kunde, der bis zum 23.08.2009 seine Anlage auf dem Tagesgeldkonto um mindestens 1.000 Euro erhöht, einen Gutschein von Yamando im Wert von 25,00 Euro.

Bei Yamando handelt es sich um einen Anbieter für Erlebnisgeschenke. Nun muss man sich bei derartigen Gutscheinen zunächst die Frage stellen, ob man hierfür überhaupt eine Verwendung hat. Erst wenn man diese Frage überhaupt bejahen kann, stellt sich die nächste Frage: Ist das Angebot rentabel?

Sollte man sich für das Mindestvolumen von 1.000 Euro entscheiden, würde bei einem Anlagezeitraum von einem Jahr, angenommen der Zins bliebe bei den derzeit aktuellen 1,50%, eine Rendite von 15 Euro anfallen. Bei anderen Anbietern werden derzeit noch 2,00% bis 3,00% geboten, also fiele hier eine Rendite von bis zu 30 Euro an. Würde man also von dem 25-Euro-Gutschein Gebrauch machen, hätte man unterm Strich einen Gewinn von 40 Euro, 10 Euro mehr als bei den besten anderen Angeboten.

Bei größeren Anlagen jedoch wird dieser Vorsprung schnell dahin schmelzen. Zumal wohl auch die wenigsten Bestandskunden bislang einen Ausflug mit Yamando geplant haben dürften.

Auch die Postbank setzt auf ein ähnliches Pferd. Dort erhält jeder Neukunde für eine Anlage mit einem Umfang von mindestens 10.000 Euro einen Tankgutschein in Höhe von ebenfalls 25,00 Euro. Das ein Tankgutschein für die meisten Kunden zunächst eine sinnvollere Prämie darstellen mag, bleibt wohl unbestritten. Jedoch ist hier die Mindestanlage derart hoch, dass sich diese Prämie kaum rentieren kann. So würden die 25,00 Euro bei einer Anlage von 10.000 Euro einem einmaligem Zinszuschlag von 0,25% entsprechen. Warum sollte man also nicht gleich attraktivere Tagesgeldkonten wählen?

Ein ähnliches Angebot führt auch die Wüstenrot direct. Hier erhält jeder neue Kunde beim Festgeld ab einer Einlage von 5.000 Euro 25,00 Euro gutgeschrieben. Das Gute hieran ist, dass der Kunde mit dem Geld machen kann was er will und auch die Mindestanlage deutlich geringer ist, als beim Konkurrent Postbank. So entspricht die Gutschrift einem einmaligen Zinszuschlag von 0,50%.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass man sich von derartigen Lock- oder Halteangeboten nicht hinters Licht führen lassen darf. Hierbei ist es wichtig, sich ein klares Bild über die möglichen Renditechancen zu machen und sich deutlich vor Augen zu führen, ob die angebotenen Prämien zu einem passen. Vergleichen Sie aktuelle Angebote, wichtige Kriterien sind: Höhe des Zinssatzes, Häufigkeit der Zinsgutschrift sowie Maximaleinlagen und Zinsstaffelungen. Für die Berechnung Ihrer persönlichen Rendite können Sie unseren Tagesgeldrechner nutzen.

Bild: © Daniel Schweinert – Fotolia.com

Dieser Artikel wurde am 14.08.2009 veröffentlicht. Weitere Artikel finden Sie im News-Archiv und Meldungen über Zinsanpassungen in den Kurz-News.

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